Steinhuder Kastenmangel

Das Gebäude ist mit allen Einrichtungen noch weitgehend im ursprünglichen Zustand erhalten. Kernstück ist der 12 m lange, 2 m breite und 2,5 m hohe Mangelkasten, in dem sich ca. 12 Tonnen Findlinge befinden. Dieser Kasten wurde anfangs von einem Ochsen und später bis ca. 1930 von einem Pferd gezogen. Später wurde ein Elektromotor eingebaut.

Das gewebte und gebleichte Leinen wurde als sogenanntes Stückgut ( 50 - 100 m lange Stoffbahnen) von den Webereien abgeholt, erst von Hand, später maschinell mit Wasser besprengt und über Nacht gelagert. Am nächsten Tag wurde es im Wickelstuhl aufgerollt und dann gemangelt. 

Dabei wurden die Rollen unter den Mangelkasten gelegt, dieser abgesenkt und dann mehrfach über die Rollen bewegt. Das gemangelte Stückgut wurde zum Schneiden und Säumen wieder zurück zu den Webereien gebracht. Anschließend wurden die einzelnen Tischtücher es ein zweites Mal eingesprengt, aufgewickelt, gemangelt und dann am großen Tisch kartongerecht gelegt. 

Danach wurde die Ware abwechselnd mit Brettern und Pappen unter eine schwere Presse gelegt, wo sie über Nacht lagerten. Danach war die Ware versandfertig. 

In den Jahren 1996 – 1999 wurde das Gebäude, das sich in einem schlechten baulichen Zustand befand, mit Hilfe der niedersächsischen Sparkassenstiftung, der niedersächsischen Landesdenkmalspflege und der Klosterkammer saniert und die Geräte zum großen Teil wieder gangbar gemacht.

 

In dem Mangelgebäude das inzwischen zum Industriedenkmal erklärt wurde befinden sich heute noch im Originalzustand:
  • Kastenmangel (12m x 2m x 2,5 m)
  • Wickelstuhl
  • Legetisch
  • Handtuchpresse mit Brettern
  • Paketpresse
  • Einsprengmaschine

Daten zur Kastenmangel und ihrer Sanierung