Die Steinhuder Kastenmangel In Steinhude gab es neben den Handwebereien in den Häusern und den maschinellen Webereien zuliefernde Betriebe, wie die Kartenschläger, und weiterbearbeitende Betriebe, wie die Kaltmangel. Die Kartenschläger lieferten die Musterkarten mit Löchern zum Weben der Muster. Die Kaltmangel glättete das fertige Leinen und gab ihm den Glanz.

1854 wurde auf dem Grundstück Nr. 27 in Steinhude, Graf-Wilhelm-Straße, in einem eigenen Gebäude eine Kastenmangel errichtet. Sie ist heute die größte betriebsbereite Anlage dieser Art in Europa. Kernstück ist ein beweglicher Mangelkasten, gefüllt mit ca. 10 Tonnen Findlingen. Er wird mehrfach über auf Rollen gewickeltes Leinen bewegt. Ursprünglich wurde der Kasten über einen Rundlaufgöpel von einem Ochsen gezogen.

1930 wurden Elektromotoren eingebaut, die heute noch funktionsfähig sind. Das gewebte und gebleichte Leinen wurde erst von Hand und später maschinell befeuchtet, im Wickelstuhl aufgerollt und anschließend gemangelt. Tischtücher wurden kartongerecht gelegt und über Nacht gepresst.

Prominentester Kunde war das Schaumburg-Lippische Fürstenhaus. Fritz Thiele, genannt Mangelfritz, wurde 1857 1857 als Gehilfe in den Betrieb aufgenommen und arbeitete dort 73 Jahre.
Das Gebäude wurde von 1996 bis 1999 1996 bis 1999 von Gisela und Wilhelm Bredthauer mit Unterstützung der Stadt Wunstorf, der Stadtsparkasse Wunstorf, dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege, der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und der Klosterkammer Hannover restauriert und dabei in den Zustand von 1930 versetzt.

In dem Gebäude befinden sich neben dem Mangelkasten (12x2x2,5 Meter), ein Wickelstuhl, ein Legetisch, eine Einsprengmaschine und zwei Pressen.